Vitaminbestimmung im Vollblut
22. November 2007
Unumgänglich: der Mikronährstoff-Status
Mit Hilfe moderner Laborparameter kann auf einfachem Wege die
individuelle Versorgungssituation überprüft werden. Im Gegensatz zu Berechnungen über die Mikronährstoffzufuhr oder die Zuordnung eines Mikronährstoffmangels über die meist unspezifischen Symptome, liefern Messergebnisse der Blutanalysen, konkrete Werte zum tatsächlichen Versorgungszustand des Patienten.
Von entscheidender Bedeutung dabei ist allerdings, dass die unterschiedlichen Elemente in der richtigen Probenmatrix untersucht werden. So gilt zu beachten, dass diejenigen Elemente, die maximal erythrozytär - also intrazellulär - gebunden sind, nicht im Blutserum zu untersuchen sind, sondern im Vollblut.
Im Gegensatz zur Serumdiagnostik werden bei der Analyse des Vollbluts auch die Erythrozyten mit einbezogen. Mittels Hämolyse
werden die erythrozytär gebundenen Elemente freigesetzt und gehen in das Serum über. Die solchermaßen neu zusammengesetzte
Probenmatrix wird dann der Diagnostik zugeführt. Auf diesem Wege erklärt sich, dass es zu erheblichen Befundabweichungen
zwischen Vollblut- und Serumuntersuchungen z.B. bei der Analyse von Magnesium kommt: im Blut ist Magnesium zu ca. 70% an
die Erythrozyten gebunden, nur 30% liegen im Serum vor.
Diese Verteilungsmuster sind nicht fixiert: im Rahmen der Homöostase werden auf Kosten der intrazellulären Versorgung die extrazellulären Spiegel möglichst lange stabil gehalten. Eine beginnende Magnesiumverarmung kann somit über einen längeren Zeitraum maskiert bleiben. Ganz ähnliche Verhältnisse zeigen sich hinsichtlich der Elemente Eisen, Kalium, Kupfer, Selen und Zink.
Aufgrund der speziellen Interaktionen zwischen den einzelnen Mikronährstoffen empfiehlt es sich Mikronährstoffprofile zu erstellen.
Da die Konzentration der intrazellulären Mikronährstoffe somit mit der Konzentration der im Vollblut vorhandenen Zellen korreliert, ist es erforderlich das Blutbild bei der Bewertung der Mikronährstoff-Analyse zu berücksichtigen. Die folgende Abbildung verdeutlicht diesen Sachverhalt:
Zeigen die Laborergebnisse einen unzureichenden Versorgungszustand auf, sollten die Ursachen hierfür gesucht werden. So ist zu klären, ob Ernährungsfehler vorliegen oder der Befund Ausdruck anderweitiger Störungen oder Erkrankungen ist.
Hier sind z.B. Störungen der Verdauung bzw. Nährstoffresorption zu nennen. Diese können durch eine exkretorische Pankreasinsuffizienz oder durch chronisch-latente Darmschleimhautveränderungen bedingt sein. Aber auch hormonelle Störungen oder Veränderungen im Bereich der Niere können für entsprechende Analyseergebnisse verantwortlich sein (siehe folgendes Kapitel).
Fazit: Die Vollblutdiagnostik deckt eine beginnende Nährstoff-Verarmung frühzeitig auf.